IGS-Planungsgruppe stellt pädagogisches Konzept vor

06.03.2017

Die Pläne für die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) Seelze kommen weiter voran: Die 15-köpfige Planungsgruppe hat seit Dezember die Eckpunkte des pädagogischen Konzepts ausgearbeitet, bei dem das gemeinsame Leben und Lernen im Mittelpunkt steht.

„Niemand wird zurückgelassen, alle werden mitgenommen“, erläutert Regina Schlossarek-Aselmeyer, Leiterin der Planungsgruppe, Schulleiterin der bestehenden Humboldt-Schule (Realschule) und kommissarische Schulleiterin der künftigen IGS. Das sollen unter anderem zwei gleichberechtigte Klassenlehrer gewährleisten, die mit den Fachlehrern als Team arbeiten und sich wöchentlich austauschen. Ein täglicher Morgenkreis, ein Klassenrat und ein gemeinsames Mittagessen mit den Schülerinnen und Schülern sollen den Zusammenhalt stärken.

Als wichtige Elemente setzt das pädagogische Konzept auf die Eigenverantwortung und Selbstorganisation sowie das selbstregulierte Lernen, das in verschiedenen Fächern in sogenannten Lernbüros erfolgen soll. Die Schülerinnen und Schüler können in den Lernbüros unter der Begleitung der Lehrkräfte individuell darüber entscheiden, wann und in welchem der vertretenen Fächer sie arbeiten möchten. Bedingung ist nur, dass sie alle Fächer abdecken und die gesteckten Lernziele erreichen. Weiterhin gehören Unterrichtseinheiten zur Medien- und Methodenkompetenz ebenso zum Konzept wie Klassenprojekte zum Sozialen Lernen und zur Zivilcourage sowie eine professionelle Schul-Sozialarbeit, bei der die Sozialpädagogen und Lehrer von Schulhund Kalle unterstützt werden.

Getreu dem Grundsatz, niemanden zurückzulassen, hat sich die Planungsgruppe der IGS gegen das Sitzenbleiben entschieden. In den Jahrgangsstufen fünf bis acht sollen die Schülerinnen und Schüler statt Noten schriftliche Rückmeldungen über ihre Lernerfolge erhalten. Zusätzlich finden regelmäßige Feedback-Gespräche statt, in denen die Schülerinnen und Schüler in ihren Stärken gelobt und gefordert oder bei herausgestellten Schwächen unterstützt und ermutigt werden. Erst ab dem neunten Jahrgang sollen Notenzeugnisse für die qualifizierten Schulabschlüsse erteilt werden. Verkürzte Lernentwicklungsberichte sollen aber auch hier den Notenzeugnissen in der Anlage beigefügt werden.

Die neue IGS, die zum kommenden Schuljahr im Schulzentrum ihren Betrieb aufnimmt, soll zudem eine teilgebundene Ganztagsschule sein. An zwei Tagen nehmen die Schülerinnen und Schüler somit an verpflichtendem Unterricht teil. An zwei weiteren Tagen können sie darüber hinaus freiwillig Angebote am Nachmittag nutzen.

Aktuell kalkulieren die Planungsgruppe, bestehend aus acht künftigen Lehrern der IGS sowie Eltern- und Schülervertretern, und die Stadt Seelze als Schulträger mit rund 150 Fünftklässlern, die nach den Sommerferien eine der voraussichtlich fünf Klassen der IGS besuchen werden. In den folgenden Schuljahren kommt jeweils ein neuer fünfter Jahrgang hinzu, während die bestehende Geschwister-Scholl-Schule (Hauptschule) und die Humboldt-Schule (Realschule) mit dem Start der IGS keine Fünftklässler mehr aufnehmen. Folglich wird es die beiden bisherigen Schulformen mit der der Entlassung ihrer letzten Schuljahrgänge im Jahr 2022 nicht mehr geben. An ihre Stelle tritt die IGS als ersetzende Schulform, in der alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam vom 5. bis zum 10. Jahrgang unterrichtet werden.

Gleichzeitig laufen die Planungen für die nötigen Umbauten vor dem Start der IGS auf Hochtouren, betont die städtische Projektleiterin Claudia Kahlert. Für den ersten fünften Jahrgang ist das erste Stockwerk im östlichen Gebäudetrakt der Humboldtschule vorgesehen. Dieser wird komplett umgestaltet und ein grünes Farbkonzept erhalten, um sich auch farblich von den bestehenden und in anderen Farben gekennzeichneten Schulformen im Schulzentrum abzuheben. „Die Bauarbeiten beginnen dort nach den Osterferien“, sagt Kahlert. Dafür müssten dann eine achte, eine neunte und vier zehnte Klassen der Humboldtschule in andere Räume, unter anderem Fachunterrichtsräume, umziehen. Insgesamt neun Räume würden der IGS dann zum Start nach den Sommerferien zur Verfügung stehen – sieben multifunktional nutzbare Klassen- und Gruppenräume, ein ebenfalls multifunktionaler Computer- und Medienraum sowie eine Lehrerstation. Für diese Umbauten für den ersten fünften Jahrgang der IGS im Schuljahr 2017/2018 sind 250000 Euro im investiven Bereich sowie weitere 130000 Euro für die Planungskosten im Haushalt der Stadt eingestellt. Um die weitere bauliche Entwicklung der Schule für die folgenden Jahre zu begleiten, hat die Stadt ein bundesweit mit derartigen Umbauten erfahrenes Fachunternehmen beauftragt, eine Nutzerbedarfsanalyse zu erstellen.


Während die Räume für den ersten fünften Jahrgang damit feststehen, ist der Name der neuen IGS weiterhin offen. Die Planungsgruppe hatte sich im Dezember einstimmig für den Namen Bertolt-Brecht-Gesamtschule ausgesprochen und diesen eng mit dem Grundgedanken des pädagogischen Konzepts der IGS verbunden. Der einflussreiche Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht habe in seinem vielfältigen Werk auch erzieherisch gewirkt und sei ein Vorkämpfer für benachteiligte Gruppen gewesen, betont Schlossarek-Aselmeyer. Dazu würden unter anderem die Erziehung zur Kritikfähigkeit und zur gesellschaftlichen Verantwortung zählen. Die Stadtverwaltung hatte sich dem Wunsch der Planungsgruppe angeschlossen und dem Rat der Stadt Seelze vorgeschlagen, der neuen IGS den Namen Bertolt-Brecht-Gesamtschule zu geben. Mehrere Ratsmitglieder äußerten allerdings Kritik an Brechts politischen Wirken und daher Bedenken zum Namensvorschlag. Die Entscheidung über den Namen der IGS soll nun voraussichtlich in der Ratssitzung am Donnerstag, 27. April, fallen.

Unabhängig vom Namen stellt sich die IGS schon jetzt im Internet auf der vorläufigen Homepage www.igsseelze.jimdo.com vor. Dort ist unter anderem das pädagogische Konzept ausführlich beschrieben. Beim Fest der Schüler der Humboldt-Schule am Dienstag, 28. März, haben auch die künftigen IGS-Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern und Angehörigen Gelegenheit, sich auch in den künftigen IGS-Räumen umzusehen. Für Ende März oder Anfang April ist zudem eine Informationsveranstaltung für die Eltern und Erziehungsberechtigten geplant. Anmeldungen von Schülerinnen und Schülern für den fünften Jahrgang nimmt die IGS dann am Dienstag, 2. Mai, und Mittwoch, 3. Mai, entgegen.

Die Planungsgruppe der IGS: Leiterin Regina Schlossarek-Aselmeyer (rechts) setzt mit Schülervertreterin Bianca Waßmann (von links), den Lehrerinnen und Lehrern Stefanie Schebitz, Daniela Mentges, Michael Walter, Isabel Wesche (Schulsozialarbeiterin mit Schulhund Kalle), die Lehrkräfte Sascha Marks, Rebekka Amthor und Kerstin Lankrock, Schülervertreter Eren Taskiran, der städtischen Projektleiterin Claudia Kahlert, Elternvertreter Jörg Drewes und Elternvertreterin Andrea Krause auf eine Schule als Lebens- und Lerngemeinschaft, die niemanden zurücklässt. 

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