Die Ortswappen der Seelzer Stadtteile

Hier finden Sie die Ortswappen aller Seelzer Stadtteile beschrieben und erläutert.

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Bis auf das Wappen von Dedensen sind alle im "Wappenbuch des Landkreises Hannover" (herausgegeben vom damaligen Landkreis Hannover 1985) veröffentlicht.



Almhorst

Entwurf Alfred Brecht 1971
Entwurf Alfred Brecht 1971

Beschreibung des Wappens:
Grün - Gold geteilt, oben ein silbernes Lenkscheid mit goldenen Beschlägen, unten eine zweiblättrige grüne Hopfenranke mit zwei Dolden. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Anmerkung: Die Bezeichnung "Lenkscheid" ist nicht richtig für den abgebildeten Gegenstand. (Lenkscheit mit Schluß-T geschrieben in Pierers Universal-Lexikon 1857.) Der Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht war eben kein Landwirt; doch seine Wortwahl blieb offenbar unwidersprochen, so daß die oben zitierte Beschreibung bis heute die "offizielle" Version ist. Abgebildet ist ein zweispänniger Schwengel (Sprachgebrauch im Calenberger Land), wie er für das Anschirren von zwei Pferden, z.B. vor einen Ackerwagen, gebraucht wurde. Die beiden kurzen Hölzer befanden sich hinter den Pferden und waren durch Ketten mit deren Zuggeschirr verbunden.


Erläuterung des Wappens:
Als Alfred Brecht ein Ortswappen für Almhorst entwerfen sollte, hat er zunächst nach einem Wappen oder Siegel der früheren Landadligen "von Almenhurst"gesucht, die bereits im 13. Jahrhundert ausgestorben sein sollen. Da er nicht fündig wurde, verwendete er den zweispännigen Schwengel (falsch als Lenkscheid bezeichnet) als Symbol für die seit dem Mittelalter währende landwirtschaftliche Prägung des Dorfes. Die Hopfenpflanze im unteren Teil des Wappens leitet er aus dem angeblich bezeugten Hopfenanbau in Almhorst ab.

Anmerkung: Seit dem 16. Jahrhundert ist der Flurname Hopfenbruch belegt (1531 urkundlich als Forst). Das Hopfenbruch (Bruch = sumpfiges Land) war ein Stück Feuchtwald westnordwestlich des Dorfes, von dem es im 18. Jahrhundert heißt, es sei mit Eichen und Erlen bestanden und recht verwahrlost. Nach der großen Flurbereinigung im 19. Jahrhundert (Gemeinheitsteilung und Verkoppelung) ist das Hopfenbruch abgeholzt und trockengelegt worden. Heute erstreckt sich dort (etwa im Bereich, wo die Hochspannungstrasse nach Südwesten abknickt) Ackerland.

Lehrer Harms schreibt 1918 in der Almhorster Schulchronik, daß in dem nördlich an das Hopfenbruch grenzenden Almhorster Forst ungewöhnlich viel wilder Hopfen zu finden sei. Und so wird vielleicht auch das Hopfenbruch seinen Namen vom wilden Hopfen bekommen haben, der unter günstigen Bedingungen zu starker Vermehrung durch Wurzelausläufer neigt. Der alte Flurname wurde in jüngerer Vergangenheit in einem Almhorster Straßennamen aufgegriffen.

Falls in Almhorst Hopfen angebaut worden sein sollte, wie Alfred Brecht zu wissen meinte, dann sicherlich nicht im Hopfenbruch. Für Hannover, wo schon im Mittelalter in großen Mengen Bier gebraut wurde, sind Hopfengärten im 16. Jahrhundert vor dem Ägidientor und dem Steintor bezeugt. Während im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit in Norddeutschland viel Hopfen angebaut wurde, liegen die Hauptanbaugebiete heute in Süddeutschland.


Dedensen

Entwurf Alfred Brecht 1979
Entwurf Alfred Brecht 1979

Beschreibung des Wappens:
In Grün ein silberner Hauptbalken, belegt mit drei grünen Lindenblättern, darunter ein silbernes Andreaskreuz.
(Unterlagen zum Ortswappen Dedensen, Stadtarchiv Seelze)

Erläuterung des Wappens:
Beherrscht wird das Wappen von einem Andreaskreuz, dem typischen "Verkehrszeichen" in der Heraldik. Alfred Brecht leitet dies von den vielen großen Verkehrswegen her, die Dedensen berühren, seine Gemarkung durchschneiden und dem Ort ihren Stempel aufdrücken: die Eisenbahn, der Mittellandkanal, die Autobahn, die Bundesstraße, und alles kreuzt sich an verschiedenen Stellen mittels einer Vielzahl von Brücken.
Die drei Lindenblätter im Schildhaupt lassen an die rund 500 Jahre alte Dedenser Dorflinde denken, die als Naturdenkmal unter Schutz steht.

 
 
Der heilige Andrea

Anmerkungen: Der heilige Andreas, nach dem Markusevangelium ein Bruder von Simon Petrus, wirkte als Apostel (Verkünder des Christentums) in Kleinasien und wurde in Patras an ein Kreuz mit schrägen Balken geschlagen. (Abbildung: Der Hl. Andreas mit dem typischen Schrägkreuz nach einer Zeichnung von Albrecht Altdorfer, Anfang 16. Jahrhundert.)

Die Linde hat im Volksglauben schon in germanischer Zeit eine besondere Bedeutung gehabt, sie war Schutz-, Versammlungs- und Gerichtsbaum. Die einheimischen Winterlinden können bis zu 1.200 Jahre alt werden, eine bekannte "tausendjährige" Linde ist die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter, die noch zu Lebzeiten des Kaisers (1075-1137) anläßlich der Gründung des dortigen Klosters 1135 gepflanzt worden sein soll.
Das Dedenser Ortswappen ist, vermutlich versehentlich, nicht in das 1985 herausgegebene Wappenbuch des Landkreises Hannover aufgenommen worden.


Döteberg

Entwurf Hermann Budenberg 1948
Entwurf Hermann Budenberg 1948

Beschreibung des Wappens:
Im silbernen Felde ein schräg rechts liegender, zu beiden Seiten verhauener, dürrer Baumstamm in Schwarz, oben dreimal, unten zweimal abwechselnd geastet.

Anmerkung: Die Wappenbeschreibung erfolgt in der Heraldik aus der Sicht des Ritters, der den Wappenschild vor sich trägt; daher "schräg rechts liegend".

Erläuterung des Wappens:
Für Ortswappen wird gern nach Motiven gesucht, die sozusagen authentisch mit der Geschichte der Siedlung verbunden sind, vorzugsweise nach wappenführenden Adelsfamilien, die sich im Mittelalter nach ihrem Wohnort benannten. Im Fall Dötebergs ist der Heimatforscher Hermann Budenberg fündig geworden. Eine von Godekin Dotenberg gesiegelte Urkunde von 1336 zeigt den verzweigten Ast, der als Vorlage für das Gemeindewappen diente.

 
 
Wappensiegel Godekin Dotenbergh 1336. Zeichnung Hermann Budenberg
Wappensiegel Godekin Dotenbergh 1336. Zeichnung Hermann Budenberg

Budenberg fand heraus, daß ein Konrad von Döteberg 1211 seinen Hof in Döteberg an das Johannisstift Hildesheim verkauft hatte, um im Zuge der Ostkolonisation nach Mecklenburg auszuwandern.
Dort tauchte ein Conrad Dothemberg, vermutlich sein Sohn, urkundlich 1254 als Lehnsempfänger des Fürsten Johann von Mecklenburg auf. Das pommersche Wappenbuch (Bagmihl 1846) zeigt das Wappen der jetzt Datenberg genannten Familie unverändert.

 
 
Wappen von Datenberg nach dem pommerschen Wappenbuch (Bagmihl 1846). Zeichnung Hermann Budenberg
Wappen von Datenberg nach dem pommerschen Wappenbuch (Bagmihl 1846). Zeichnung Hermann Budenberg

Das Adelsgeschlecht von Döteberg/Datenberg gilt heute als ausgestorben.
(Quelle: Heimatgeschichtliche Sammlung Hermann Budenberg, Stadtarchiv Seelze)

Anmerkung: Das Wappen der Herren von Döteberg ist praktisch identisch mit dem der benachbarten Herren von Lenthe. Ob dies auf Verwandtschaft hindeutet, muß offen bleiben. Das Motiv des verzweigten Astes taucht auch noch in anderen Wappen auf.

 
 

Gümmer

Entwurf Alfred Brecht 1964
Entwurf Alfred Brecht 1964

Beschreibung des Wappens:
In rotem Schildhaupt zwei aneinandergelehnte goldene Schragen (Andreaskreuze), darunter in Silber ein mit goldenem Kleestengel belegter roter Flügel, Schwungfedern nach unten gekehrt. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Die Gestaltung des Schildhauptes bezieht der Grafiker und Heraldiker Alfred Brecht in seiner Wappenbegründung auf eine Ortsnamendeutung von Max Mittelhäußer (Die Namen der Örter und Wüstungen in den Stadt- und Landkreisen Hannover - Linden, Hannoversche Geschichtsblätter 1929), wonach "Gümmer" auf eine altgermanische "Göttin der Markgenossen" namens Gambara zurückgehen sollte (was heute angezweifelt wird). Gleichwohl bleibt Brechts Herleitung dunkel: "Den Ortsnamen, wie er gedeutet worden ist, und die Beziehung zur Göttin Gambara aus der Vorzeit unserer Ahnen sollen die Andreaskreuze im Schildhaupt versinnbildlichen, die aneinandergelehnten Andreaskreuze, die eine Raute umschließen, das Fruchtbarkeitssinnbild." (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Die Schwinge im unteren Teil entlehnt Brecht in gespiegelter Form dem Wappen der Herren von Hodenberg (Stammsitz nahe dem Stift Bücken, südlich Hoya, an der Weser). Hintergrund ist die Rolle, welche die Herren von Hodenberg im Mittelalter offenbar als Gerichtsherren und Inhaber von Vogteirechten in Gümmer gespielt haben.

Anmerkung: Urkunden des 13. Jahrhunderts belegen die Übertragung Hodenbergschen Obereigentums samt Vogteirechten an drei gümmerschen Höfen an das Kloster Marienwerder (1244) und des Obereigentums an drei Hufen Landes an das Kloster Loccum (1251). Im Lehnsregister Bischofs Gottfried von Minden ist Anfang des 14. Jahrhunderts von einem Obereigentum der Herren von Hodenberg am Dorf Gümmer die Rede.

Mit den Schildfarben Rot und Silber, die den Farben des Landes Niedersachsen entsprechen, will der Grafiker den Bogen bis in die Gegenwart schlagen.


Harenberg

Entwurf Alfred Brecht 1962
Entwurf Alfred Brecht 1962

Beschreibung des Wappens:
In silbernem Schildhaupt drei golden bebutzte rote Rosen, darunter in Grün zwei gestürzte Sensen mit den Sensenblättern nach innen; im darin offenen Feld eine fliegende goldene Biene. (Nach dem Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Da es hier im Mittelalter einen Ortsadel "von Harenberg" gegeben hat, hätte es nahe gelegen, das Ortswappen an das Wappen dieser Familie anzulehnen. Doch der Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht stellte fest, daß die Herren von Harenberg das gleiche Astsymbol im Schilde führten wie die Herren von Lenthe und von Döteberg. Weil dieses Symbol schon das Döteberger Ortswappen prägte, verbot sich diese Lösung für ihn.

So entlehnte Brecht die drei Rosen im Schildhaupt dem Wappen der Grafen von Hallermunt, die als mittelalterliche Grundherren in Harenberg bezeugt sind (z.B. in den Urkunden Nr. 6 und 7 in Bd. 6 des Calenberger Urkundenbuches). Die beiden Sensen stehen für den bäuerlich-landwirtschaftlichen Charakter des Dorfes, während die goldene Biene (Imme) an die im späten Mittelalter aufgegebene Nachbarsiedlung Immendorf erinnert. Sie lag zwischen Harenberg und Döteberg, wo heute die Harenberger Mühle steht.

Anmerkung: Zur Geschichte der Wüstung Immendorf ausführliche Informationen in Heft 10 der Seelzer Geschichtsblätter 1995. Info und Verkauf: archiv@stadt-seelze.de


Kirchwehren

Entwurf Alfred Brecht 1960
Entwurf Alfred Brecht 1960

Beschreibung des Wappens:
In Blau aus goldener Palisade wachsend eine silberne Kirche mit rotbedachtem Kirchturm, begleitet von zwei Dreieckschilden, rechts in Silber sieben schrägbalkenweise gestellte rote Rauten mit goldenen Nägeln (von Alten), links in Silber ein roter Kesselhut (von Ketelhodt).

Anmerkung: Die Wappenbeschreibung erfolgt in der Heraldik aus der Sicht des Ritters, der den Wappenschild vor sich trägt; daher die scheinbar seitenverkehrte Anordnung der kleinen Wappen.

Erläuterung des Wappens:
Der Ortsname, wie wir ihn nach heutigem Sprachgebrauch verstehen würden, ist hier in heraldische Bildersprache "übersetzt" worden: eine Kirche (deren Aussehen sich stark an der Wirklichkeit orientiert) und eine Flechtwerk-Palisade als "Wehr"-Zaun.

Ergänzend dazu die Wappen zweier mit Kirchwehren verbundenen Familien. Die Herren von Alten auf Dunau (dort ansässig seit 1558) hatten bis 1875 ein Erbbegräbnis im Turm der Kirche, Ernst Adam von Alten stiftete die bis heute erhaltene Barockorgel und Mitglieder der Familie leben bis heute in Kirchwehren. Die im Spätmittelalter hier ansässigen Ketelhodts sollen der Legende nach um 1500 einen Kirchenneubau finanziert haben.

Anmerkung: Die besagte Kirchenstiftungslegende entstammt einem Schriftstück aus der Feder des Kirchwehrener Pfarrers Beneke aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Beweisen läßt sie sich bisher nicht; die Nachforschungen der Dorfchronistin Helga Lindner haben lediglich ergeben, daß 1337 ein Arnold Ketelhodt (ohne Adelsprädikat) aus Kirchwehren urkundlich genannt wird. Doch darüber hinaus gibt es einen handfesten Hinweis darauf, daß an der Legende etwas dran sein könnte: einen kleinen Wappenstein (s. Foto). Dieser war nach glaubwürdigem Zeugnis von Pastor Wagemann in der Sakristei der 1753 abgerissenen alten Kirche eingemauert; heute ist er außen über dem zugemauerten Ostportal der Kirche zu sehen. (Mehr zur Geschichte Kirchwehrens und seiner Kirche: Beiträge zur Geschichte Kirchwehrens. 136 Seiten - Helga Lindner, Norbert Saul 1996. Info und Verkauf: archiv@stadt-seelze.de)

Wappenstein Ketelhodt, Kirche Kirchwehren, Ostseite (Foto Stadtarchiv Seelze 2007)
Wappenstein Ketelhodt, Kirche Kirchwehren, Ostseite (Foto Stadtarchiv Seelze 2007)
 
 

Lathwehren

Entwurf Alfred Brecht 1960
Entwurf Alfred Brecht 1960

Beschreibung des Wappens:
In Blau über goldener Palisade, die mit dem Dreieckschild des Geschlechts von Alten auf Dunau (in Silber sieben schräg rechts aneinandergereihte rote Rauten, mit je einem goldenen Nagel in der Mitte) belegt ist, ein schreitender, rotbewehrter goldener Löwe. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Die Flechtpalisade bezieht der Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht auf den zweiten Teil des Ortsnamens, volkstümlich als "Wehr" (etwa im Sinne von Landwehr) gedeutet.

Anmerkung: Tatsächlich ist Lathwehren im Laufe der Jahrhunderte hervorgegangen (abgeschliffen, wie die Sprachwissenschaftler sagen) aus Latweghederen, wie der Ort in der ältesten uns bekannten urkundlichen Erwähnung 1315 genannt wird. Die Bedeutung "Wehr" im heutigen Sinne kommt nach Ansicht von U. Ohainski und J. Udolph (Die Ortsnamen des Landkreises und der Stadt Hannover, 1998) nicht in Betracht.

Das Wappen derer von Alten deutet auf die enge Verbundenheit dieser Familie mit dem Dorf seit dem 16. Jahrhundert. Das nahe Gut Dunau gehört seit 1929 auch verwaltungsmäßig zu Lathwehren. Den Löwen, Wappentier der Welfen, leitet Brecht aus früherer Grundherrschaft des Welfenhauses in Lathwehren her.

Anmerkung: Nach dem Lagerbuch des Amtes Blumenau von 1600 gab es zu jener Zeit in Lathwehren einen Halbmeierhof, der dem Landesherrn (Amt Blumenau) gehörte.


Letter

Entwurf Ernst Bock und Alex Eden 1955
Entwurf Ernst Bock und Alex Eden 1955

Anmerkung: Ernst Bock war Lehrer in Letter und passionierter Heimatforscher; Alex Eden war Malermeister und dilettierender Kunstmaler in Letter.

Beschreibung des Wappens:
Auf grünem Grund zwischen einem silbernen Balken im Oberteil und einem V-förmig gestalteten, silbernen Wellenbalken im Unterteil eine goldene Urne. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Das Wappen ist fast wie eine Landkarte mit Südausrichting (statt der heute üblichen Nordung) gestaltet: In der grünen Leineaue liegt Letter zwischen einer prägnanten Leineschleife und dem Zweigkanal der Mittellandkanals zum Lindener Hafen. Die Urne steht für eine Fülle von früh- und vorgeschichtlichen Funden, die in Letter vor allem im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ans Licht kamen, als hier in zahlreichen Gruben Sand abgebaut wurde. Das Provinzialmuseum (heute Niedersächsisches Landesmuseum) hat seinerzeit sogar eine eigene Abteilung mit Bodenfunden aus Letter gebildet.

 
 
Neben anderen frühgeschichtlichen Fundstücken ist die vermutlich von Ernst Bock und Alex Eden als Vorlage für die Wappenzeichnung gewählte Urne (siehe Foto, Stadtarchiv Seelze) heute im Heimatmuseum Seelze (Letter, Im Sande 14) zu sehen.
Neben anderen frühgeschichtlichen Fundstücken ist die vermutlich von Ernst Bock und Alex Eden als Vorlage für die Wappenzeichnung gewählte Urne (siehe Foto, Stadtarchiv Seelze) heute im Heimatmuseum Seelze (Letter, Im Sande 14) zu sehen.

Lohnde

Entwurf Alfred Brecht 1963
Entwurf Alfred Brecht 1963

Beschreibung des Wappens:
In Silber ein rotes Hohlgefäß mit drei Tüllen. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Obwohl es in Lohnde nachweislich einen mittelalterlichen Ortsadel gegeben hat (das Epitaph der Mechthild von Lona aus dem 13. Jahrhundert befindet sich in der Seelzer Kirche), war dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht über das Wappen dieser Familie nichts bekannt. So konnte er es nicht als Grundlage für ein Ortswappen heranziehen.

 
 
Lohnde Wappensiegel
Lohnde Wappensiegel

Anmerkung: Inzwischen kennen wir ein stark beschädigtes Wappensiegel eines Herman de Lon, das Gerald Bredemann abgezeichnet hat (Fundort: Hauptstaatsarchiv Hannover, Cal. Or. 100 Wunstorf Nr. 159, 1371)

So griff Brecht auf einen besonderen frühgeschichtlichen Fund zurück, das Lohnder Tüllengefäß, welches Maurer¬meister Tölke 1940 in seinem Garten an der heutigen Calenberger Straße nahe der Einmündung Theodor-Heuss-Straße gefunden hat. Mit seinen drei Tüllen und nur jeweils etwa 10 Zentimetern Höhe und Durchmesser ist es ein außerordentlich seltener Fund aus dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit ca. 700 bis 100 v.Chr., dessen ursprüngliche Zweckbestimmung bei Fachleuten bis heute umstritten ist.

 
 
So zeichnete der Lohnder Lehrer Fritz Heine das Tüllengefäß gleich nach der Bergung 1940 (Stadtarchiv Seelze).
So zeichnete der Lohnder Lehrer Fritz Heine das Tüllengefäß gleich nach der Bergung 1940 (Stadtarchiv Seelze).

Anmerkung: Eine rekonstruierte Kopie des Lohnder Tüllengefäßes befindet sich im Heimatmuseum Seelze (Letter, Im Sande 14).

 
 

Seelze

Entwurf Gustav Völker 1934
Entwurf Gustav Völker 1934

Beschreibung des Wappens:
Ein schwarzer Hahn auf silbernem Grund mit goldener Bewehrung. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Der Hahn, Sinnbild für Wachsamkeit und Kampfbereitschaft, ist dem Wappensiegel der Herren von Seelze entlehnt, welche mindestens seit dem frühen 14. Jahrhundert von den Welfenherzögen mit dem Seelzer Gut belehnt waren. Das Adelsgeschlecht ist offenbar gegen Ende des 15. Jahrhunderts ausgestorben.

Anmerkungen: Die Ähnlichkeit der Wappen der Familien von Seelze und von Hahnensee auf dem nahen Gut Bettensen (heute Stadt Ronnenberg) läßt verwandtschaftliche Beziehungen vermuten.

Das Wappen der Altgemeinde Seelze wurde 1974 zum Wappen der neu gebildeten Großgemeinde gleichen Namens, welche seit 1977 die Bezeichnung Stadt trägt.


Velber

Entwurf Alfred Brecht 1961
Entwurf Alfred Brecht 1961

Beschreibung des Wappens:
In Rot auf einem mit silbernem Radkreuz belegten grünen Berge ein Brunnen unter vierseitig abgestütztem Strohdach mit darunter schwebendem Eimer, alles in Silber. (Wappenbuch des Landkreises Hannover 1985)

Erläuterung des Wappens:
Der überdachte Ziehbrunnen steht als Symbol für eine ergiebige Quelle in dem in günstiger Hanglage angelegten Dorf, die bis weit ins 20. Jahrhundert von großer Wichtigkeit für die Bewohner war. Daß der Brunnen ausgerechnet auf der Kuppe eines Hügels steht, hat wohl gestalterische Gründe. Der "grüne Berg" kann aber als Bild für die Hanglage über der Fösseniederung gelten (das Velberholz ist bis heute stellenweise Sumpfwald). Das darunter abgebildete Radkreuz soll einer Darstellung in der velberschen Kapelle nachgebildet sein, die anscheinend nach dem 2. Weltkrieg bei einer Renovierung überdeckt wurde. Christa Schermuly schreibt in der Velber-Chronik (2001): "Noch heute erinnern sich Velberaner an Berichte, wonach innen auf der Südwand über der Tür ein solches Radkreuz bis ins 19. Jahrhundert zu sehen war ."

Anmerkung: Die Brunnen in den Seelzer Dörfern haben in aller Regel anders ausgesehen, es waren keine Ziehbrunnen mit Winde und Seil oder Kette, sondern Wippbrunnen.

(Abb. aus: Wilhelm Bomann, Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen, 1927/1933) Die abgebildete Bornwippe hat folgende Abmessungen: Länge der Wippe: 8 m; Länge der Schöpfstange: 4 m; Höhe des Pfostens: 3,50 m. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hat es in unseren Dörfern solche Brunnen gegeben.
(Abb. aus: Wilhelm Bomann, Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen, 1927/1933) Die abgebildete Bornwippe hat folgende Abmessungen: Länge der Wippe: 8 m; Länge der Schöpfstange: 4 m; Höhe des Pfostens: 3,50 m. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hat es in unseren Dörfern solche Brunnen gegeben.

Norbert Saul, Stadtarchiv Seelze (März 2008)

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